Meine-Islam-Reform

Die persönliche Seite einer Religion

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Das Fasten im Koran

Über die Praktik des Fastens wird im Koran vergleichsweise wenig ausgesagt und nur wenige Verse geben die Regeln des Fastens wieder:

Sure 2 Verse 183-187:

"Ihr Gläubigen! Euch ist vorgeschrieben, zu fasten, so wie es auch denjenigen, die vor euch lebten, vorgeschrieben worden ist. Vielleicht werdet ihr gottesfürchtig sein. (Das Fasten ist) eine bestimmte Anzahl von Tagen (einzuhalten). Und wenn einer von euch krank ist oder sich auf einer Reise befindet (und deshalb nicht fasten kann, ist ihm)...


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Das Donnerstagsunglück

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Das sogenannte Donnerstagsunglück1 basiert auf einer Überlieferung, die vor allem von Schiiten genutzt wird, um verschiedene Gefährten des Propheten - vor allem Umar - negativ aussehen zu lassen. Diese Überlieferung lautet:

Sahih Buchari Volume 7, Book 70, Number 573:   

Narrated Ibn 'Abbas:

When Allah's Apostle was on his death-bed and in the house there were some people among whom was 'Umar bin Al-Khattab, the Prophet said, "Come, let me write for you a statement after which you will not go astray." 'Umar said, "The Prophet is seriously ill and you have the Qur'an; so the Book of Allah is enough for us." The people present in the house differed and quarrelled. Some said "Go near so that the Prophet may write for you a statement after which you will not go astray," while the others said as Umar said. When they caused a hue and cry before the Prophet, Allah's Apostle said, "Go away!" Narrated 'Ubaidullah: Ibn 'Abbas used to say, "It was very unfortunate that Allah's Apostle was prevented from writing that statement for them because of their disagreement and noise."

Es finden sich allerdings mehrere verchiedene Versionen in den einzelnen Sammlungen von Ahadith. Der Fehler von Umar wird jedenfalls daran festgemacht, daß er dem Propheten widersprochen habe, bzw. er es an Respekt habe mangeln lassen.

Doch verlassen wir die Fragestellung nach der Wertung der Sahaba (Gefährten des Propheten) und konzentrieren uns auf das, was Ibn Abbas so traurig macht:

"...the Prophet said, "Come, let me write for you a statement after which you will not go astray."

Der Prophet möchte also etwas aufschreiben, wodurch zumindest die Anwesenden nicht mehr in die Irre gehen werden.

Nach klassisch schiitischer bzw. sunnitischer Meinung ist alles, was der Prophet sagt mit dem gleichzusetzen, was Allah sagt. Schiiten gehen sogar soweit, dem Gesandten eine generelle Fehlerlosigkeit zuzuschreiben. Bei dieser Sichtweise ergeben sich jedoch mehrere Fragen:

1. Wieso hat sich der Prophet bei einer so wichtigen Sache abhalten lassen? Man muß doch davon ausgehen, daß dem Propheten an seiner Gemeinde bzw. den Menschen überhaupt gelegen ist! Wieso werden also die nachfolgenden Generationen wegen einigen Sahaba benachteiligt? Der Prophet war doch schließlich zu allen Menschen gesandt:

Sure 34 Vers 28: "Und wir haben dich (mit der Offenbarung) gesandt, damit du den Menschen allesamt (? kaaffatan) (und nicht nur wenigen Auserwählten) ein Verkünder froher Botschaft und ein Warner seiest. Aber die meisten Menschen wissen (es) nicht" (Paret)

2. Wenn das Wort des Propheten mit dem Wort Allahs wirklich gleichzusetzen ist (in dem Sinne, daß der Prophet abseits des Koran Dinge verkündet), wieso behauptet dann der Koran, daß die Religion bereits vollendet sei? (Das Donnerstagsunglück ist laut Überlieferung kurz vor dem Tode des Propheten anzusiedeln, während der letzte Vers des Koran bereits früher offenbart worden war.)

Sure 5 Vers 3: [...]"Heute habe ich euch eure Religion vervollständigt (so daß nichts mehr daran fehlt) und meine Gnade an euch vollendet, und den Islam als Religion gutgeheißen"[...] (Paret)

Diese Frage wurde auch in dem schiitischen Buch "Die Konsultation" behandelt. Dort heißt es zu diesem Einwand:

"Was nun ihre Behauptung in Bezug auf die Auslegung von Umars Worten angeht: „Verlassen wir uns allein auf das Buch ALLAHs“, entsprechend den Worten des Erhabenen: „... Wir haben in der Schrift nichts übergangen“ und „Heute habe ich euch eure Religion vervollständigt“, so ist sie zu widerlegen, denn beide Verse sagen weder etwas vom Schutz vor dem Irrweg, noch garantieren sie den Menschen, dass sie den rechten Weg beschreiten werden. Wie ist es sonst zu erklären, dass man sich auf die beiden Verse verlassen und dennoch die Schrift missachtet hat? Wenn die Existenz des Qur'ans eine Garantie für den Schutz vor dem Irrweg gewesen wäre, dann hätte die Umma auch nicht in die Irre und in die Uneinigkeit gehen können, die nach wie vor besteht." 2

Der Verfasser des Buches sieht hier jedoch nicht, daß nicht nur die Religion, sondern auch die Gnade vollendet wurde! Was ist der Schutz vor dem in die Irre gehen, wenn nicht Gnade?

3. Der Prophet wollte etwas zum Schutz vor dem Weg in die Irre aufschreiben. Wie verträgt sich ein solches Schriftstück mit dem folgenden Vers:

Sure 2 Vers 272: "Es ist nicht deine Aufgabe, sie (zum Glauben) rechtzuleiten. Vielmehr leitet Allah recht, wen er will.[...] (Paret)

Gehen wir also davon aus, daß der Prophet selbst auf die Idee kam, diese Sache aufzuschreiben, so hätte er  gegen den obigen Vers verstoßen; hätte er auf Geheiß Allahs gehandelt, so hätte Allah sich selbst Widersprochen (siehe Punkt 2). Ferner ist die Frage zu stellen, wieso Allah gerade jetzt ein solches Schriftstück zur Rechtleitung benötigt. Er hat schließlich bis zu diesem Zeitpunkt alle möglichen Menschen durch viele verschiedene Dinge auf den Rechten Weg gebracht.

4. Wenn es wirklich die Möglichkeit eines solchen Schriftsückes geben würde: wie verträgt sich dies mit dem Konzept der Rechtleitung? Wieso sollte Allah einige Menschen mit dem Schutz vor Rechtleitung begünstigen und andere nicht?

5. Wenn eines der Merkmale des Propheten ist, daß er nicht lesen und schreiben konnte, so wird dieses durch diesen Hadith zerstört.

""Come, let me write..."


1 http://www.eslam.de/begriffe/d/donnerstagsunglueck.htm
2 http://www.eslam.de/manuskripte/buecher/die_konsultation/die_konsultation_087.htm

 


Kommentare  

 
0 # SalamYusuf 2009-08-21 16:21
Salam,

eine Erklärung die mir gerade eingefallen ist, wäre so, dass die Anweisung nur für die Anwesenden gedacht war. Wir finden im Quran öffters die Andeutung, dass sich die Ummah spalten wird und das man dies vermeiden sollte. Von daher "Behaupte" ich mal das es etwas für den Zusammenhalt der islamischen Gemeinschaft war. Auch ist in den Ahadithen zu lesen, dass zwischen den Gefährten keine "teletubbies-Atmosphäre" herrschte.
Weiterhin finde ich folgenden Hadiths interessant:

Yahya related to me from Malik from Abu'n-Nadr, the mawla of Umar ibn Ubaydullah that he had heard that the Messenger of Allah, may Allah bless him and grant him peace, said over the martyrs of Uhud, "I testify for them." Abu Bakr as-Siddiq said, "Messenger of Allah! Are we not their brothers? We entered Islam as they entered Islam and we did jihad as they did jihad." The Messenger of Allah, may Allah bless him and grant him peace, said, "Yes, but I do not know what you will do after me." Abu Bakr wept profusely and said, "Are we really going to out-live you!"
Muwatta-Malik 21.14.32
www.searchtruth.com/.../

Allahu Allem, was alles damals geschehen ist. WS
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