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Die persönliche Seite einer Religion

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Das Gebet im Koran

Im orthodoxen Islam ist man der Ansicht, dass der Koran nicht ausreichen würde, um das Gebet zu beschreiben. Daher greift man diesbezüglich auf die Ahadith zurück. Dies geht einher mit dem Gedanken, die Durchführung des Gebets müsste wie eine Gebrauchsanweisung in allen Einzelheiten beschrieben sein, ohne bzw. mit nur ehr wenig individuellen Möglichkeiten. Dies ist für sich betrachtet in sich schlüssig und korrekt. Es ist jedoch ein Irrtum anzunehmen, dass es nicht auch anders ginge und eben...


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Die Gottergebenen

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Der Begriff Muslim wird vielfach ausschließlich auf die Anhänger des Islam angewandt. Dies ist zwar nicht falsch, jedoch auch nicht 100%ig korrekt.

Der Begriff "Muslime" wird in aller Regel mit "Gottergebene" übersetzt und als Zugehörigkeit zum Islam im Sinne vom Glauben an den Koran und den Propheten Muhammad verstanden.

Die Wortwurzel der Worte Muslim bzw. Islam lautet "s-l-m" und bezeichnet in der arabischen Linguistik:

  • die Gefügigkeit, Unterwerfung und Willfährigkeit
  • die Versöhnung, das Frieden-Schließen und den Frieden
  • das Sich-Fügen, Sich-Ergeben und die Hingabe

Anhand dieser drei Punkte wird deutlich, daß ein Muslim eine Person ist, die sich unterwirft um Frieden zu erlangen. Dies deutet auch der Koran an, wenn man die folgenden beiden Verse betrachtet:

Sure 2 Vers 208: "Ihr Gläubigen! Tretet allesamt ein in den Zustand des Heils (? silm)! Und tretet nicht in die Fußtapfen des Satans! Er ist euch ein ausgemachter Feind." (Paret)

Sure 10 Vers 25: "Allah ruft (die Menschen) zur Behausung des Heils. Er führt, wen er will, auf einen geraden Weg." (Paret)

Wir können sehen, daß es eine Schnittstelle zwischen dem prinzipiellen Streben nach Frieden und der Religion Gottes gibt. Man kann also sagen, daß jede Bemühung bzw. Absicht, die Frieden erstrebt in Gottes Glauben übergeht. Das heißt anders ausgedrückt, daß eine Person, die nie von Gott gehört hat im Rahmen ihrer Möglichkeiten aber eben diesen genannten Zustand des Heils anstrebt, ein Muslim im weitesten Sinne ist. Es hat nichts mit dem Glauben an den Koran zu tun bzw. an dessen göttliche Herkunft. Dies wird auch deutlich, wenn man sich den folgenden Vers näher betrachtet:

Sure 49 Vers 14: "Die Beduinen sagen: "Wir sind gläubig". Sag: Ihr seid nicht (wirklich) gläubig. Sagt vielmehr: "Wir haben den Islam angenommen"! (Denn) der Glaube ist euch noch nicht ins Herz eingegangen. Wenn ihr aber Allah und seinem Gesandten gehorchet, schmälert er euch nichts von euren Werken. Allah ist barmherzig und bereit zu vergeben. " (Paret)

An diesem Vers kann man sehr schön erkennen, wie der Koran zwischen dem Glauben und der Unterwerfung (Islam) unterscheidet. Man kann sich also durchaus Unterwerfen ohne zu glauben, daß der Koran von Gott kommt. Dies gibt auch der folgende Vers wieder, wenn er von den Schriftbesitzern und Polytheisten spricht:

Sure 2 Vers 105: "Diejenigen von den Leuten der Schrift und den Heiden, die ungläubig sind, möchten nicht (wahr haben), daß auf euch (Gläubige) etwas Gutes von eurem Herrn (vom Himmel) herabgesandt wird. Aber Allah zeichnet mit seiner Barmherzigkeit aus, wen er will. Er ist voller Huld." (Paret)

Wenn es Personen unter den Leuten der Schrift bzw. Polytheisten gibt, die als "ungläubig" beschrieben werden (siehe hierzu den Artikel über die Ungläubigen: http://www.meine-islam-reform.de/index.php/artikel/allgemein/122-unglaeubige.html ) , so muß es darunter auch welche geben, die das Gegenteil sind. Da der Begriff Mumin bereits direkt mit dem Glauben an den Koran verbunden ist (49/15), so bleibt als Gegenteil des Begriffes Kafir nur der Begriff Muslim.

So wurde es denn auch in der Zeit des Propheten (sa) gehandhabt, als die Juden in Medina Muhammad(sa) anerkannten wurden auch sie als Muslime bezeichnet, obwohl sie nicht konvertierten und weiter Juden blieben - ihnen fehlte der Imam, sie verhielten sich jedoch wie Muslime - man muß hier scharf Unterscheiden zwischen der aufrichtigen Unterwerfung und der Heuchelei, die nur den eigenen Vorteil sucht! Die Unterwerfung als solche genügte, um sie als Muslime zu betrachten.

An der Stelle ist auch Sure 3 Vers 85 interessant:

"Wenn sich aber einer eine andere Religion als den Islam wünscht, wird es nicht (als Ersatz für den wahren Glauben) von ihm angenommen werden. Und im Jenseits gehört er zu denen, die (letzten Endes) den Schaden haben." (Paret)

Natürlich ist damit einmal der Islam als Religion an sich gemeint, jedoch in Bezug auf Menschen, die den Islam nicht erleben oder kennen durften heißt dies, daß die Hingabe an das Ziel Frieden ebenfalls als Lebensweise bei Gott anerkannt ist. 

Als Fazit kann man sagen ein Muslim ist der, der sich seiner subjektiven Wahrheit unterwirft und dadurch Frieden erstrebt. Dieser Begriff macht noch keine Angabe über eine bestimmte Glaubenszugehörigkeit, wenngleich dieser Begriff oftmals mit dem Islam als Religion in Verbindung gebracht wird.

 


Quellen und Weiterführendes:

 

Al-'Aquida von A. Zaidan

Entdeckungsreise im Koran v. M. Rezvi

http://www.al-islam-web.de/ZU_ISLAM_FRIEDEN_UND_FRIEDENM.16.0.html

400 Fragen zum Islam und 400 Antworten von Y.N. Öztürk 

http://www.meine-islam-reform.de/index.php/artikel/fremdtexte/375-definitionmuslimmumin.html


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