Meine-Islam-Reform

Die persönliche Seite einer Religion

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Das Gebet im Koran

Im orthodoxen Islam ist man der Ansicht, dass der Koran nicht ausreichen würde, um das Gebet zu beschreiben. Daher greift man diesbezüglich auf die Ahadith zurück. Dies geht einher mit dem Gedanken, die Durchführung des Gebets müsste wie eine Gebrauchsanweisung in allen Einzelheiten beschrieben sein, ohne bzw. mit nur ehr wenig individuellen Möglichkeiten. Dies ist für sich betrachtet in sich schlüssig und korrekt. Es ist jedoch ein Irrtum anzunehmen, dass es nicht auch anders ginge und eben...


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Die Rose

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Bei meinen Studien stieß ich zufällig auf ein Symbol, welches im Sufismus ab und an benutzt wird: die Rose. Die Symbolik erstaunte mich, denn auf Grund eigener Erfahrungen kann ich den Sinn nur bestätigen, wenngleich ich dem Sufismus selbst nur sehr wenig abgewinnen kann. Daher möchte ich die Sache im Folgenden etwas näher erläutern.

 

 

Es handelt sich also um eine Rose. Diese Rose hat Dornen, einen Stengel, eine Blüte sie duftet. Diese vier Aspekte haben die folgenden Bedeutungen:

1. Dornen und Stengel:

Die Dornen dienen dazu, die Rose vor Tieren zu schützen. So wie die Dornen die Rose, so schützt die Einhaltung der Scharia unseren Weg (Stengel). Gäbe es die Dornen nicht, so würden wir leicht vom Wege abkommen. Wir wüssten nicht, was richtig und was falsch ist und hätten keine Möglichkeit uns gegen negative Einflüsse zur Wahr zu setzen. Gleichzeitig aber wären die Dornen ohne den Stengel nutzlos, denn beide gehören zusammen, sind fest miteinander verwachsen, wie Scharia und unser Lebensweg, denn ohne diesen Weg, ohne diese lebenslange Suche wäre die Einhaltung der Scharia vollkommen überflüssig. Die Scharai begleitet und schützt uns, während wir unseren Weg durch diese Welt, die Welt des Diesseits suchen.

2. Blüte und Duft:

Der Stengel nun führt zur Blüte, d.h. unser Lebensweg führt uns zur Wahrheit, denn die Blüte symbolisiert die Wahrheit. Doch was ist das Wissen um die Wahrheit, wenn man die folgen derselben nicht erkennen kann? Wenn die Erkenntnis fehlt, so hat die Blüte, die Wahrheit, keinen Zweck. Was nützt es auch, zu Wissen, dass die Strasse von Autos befahren ist, ich dieses Wissen aber nicht umsetzen kann, die Bedeutung um dieses Wissen also nicht erkennen kann?
Aber ebenso unsinnig wäre der Duft ohne die Blüte, denn ohne die Blüte kann es keinen Duft geben, das dieser aus der Blüte dergestalt erwächst, wie die Erkenntnis aus der Wahrheit erwachsen muss. Wenn ich nicht um die Wahrheit weiß, so kann ich deren Bedeutung auch nicht erkennen und eine Erkenntnis, die abseits der Wahrheit steht ist letztlich gar keine, sondern nur ein Trugbild, vergleichbar dem Duft einer Duftlampe: man nimmt den Duft der Rose wahr, doch wurde man getäuscht, denn da ist keine Rose, sondern etwas anderes, ein Abklatsch und eine Kopie des Originals. Dennoch kann man vielleicht sogar einen Hauch der Erkenntnis mitnehmen, doch wird es nie die wahre Erkenntnis sein, denn diese basiert auf der absoluten Wahrheit und nicht auf einem Zerrbild derselben.

Folgerung:

In der heutigen Zeit gibt es viele verschiedene Rosen. Man nennt sich Religionen, vielleicht auch Ideologien. Welche der Wahrheit am nächsten kommt, das wissen wir nicht, denn wir befinden uns alle noch im Bereich des Stengels. Doch sollten wir darauf achten, dass unser Stengel Dornen hat, die uns Schutz geben. Schutz davor uns zu verlaufen. Ein Weg ohne Dornen ist kein gerader Weg und kein Stengel, der zu einer Blüte führt ist krumm. Und wenn wir dann, nach langen Strapazen und Mühen endlich die Blüte erreicht haben ist zu hoffen, dass aus dieser Blüte ein wohlriechender Duft entströmt, der uns Auskunft über die Qualität der Blüte geben kann.

Und Wir haben das Buch mit der Wahrheit zu dir herabgesandt, das bestätigt, was von der Schrift vor ihm da war und darüber Gewißheit gibt; richte also zwischen ihnen nach dem, was Allah herabgesandt hat und folge nicht ihren Neigungen, von der Wahrheit abzuweichen, die zu dir gekommen ist. Für jeden von euch haben Wir Richtlinien und eine Laufbahn bestimmt. Und wenn Allah gewollt hätte, hätte Er euch zu einer einzigen Gemeinde gemacht. Er wollte euch aber in alledem, was Er euch gegeben hat, auf die Probe stellen. Darum sollt ihr um die guten Dinge wetteifern. Zu Allah werdet ihr allesamt zurückkehren; und dann wird Er euch das kundtun, worüber ihr uneins waret. (5:48)

وانزلنا اليك الكتب بالحق مصدقا لما بين يديه من الكتب ومهيمنا عليه فاحكم بينهم بما انزل الله ولا تتبع اهواءهم عما جاءك من الحق لكل جعلنا منكم شرعة ومنهاجا ولو شاء الله لجعلكم امة وحدة ولكن ليبلوكم فى ما ءاتىكم فاستبقوا الخيرت الى الله مرجعكم جميعا فينبئكم بما كنتم فيه تختلفون

Anhang: Eine sehr hübsche Deutung fand ich bei Ibn Arabi. Zu den vier Stationen, nämlich:

  1. Schari'a („islamisches Gesetz“)
  2. Tariqa („der mystische Weg“)
  3. Haqiqa („Wahrheit“)
  4. Ma'rifa („Erkenntnis“)

schrieb er sagte er folgendes:

Auf dem Niveau von Schari'a gibt es „dein und mein“. Das heißt, dass das religiöse Gesetz individuelle Rechte und ethische Beziehungen zwischen den Menschen regelt. Auf dem Niveau von Tariqa „ist meins deins und deins ist meins“. Von den Derwischen wird erwartet, dass sie sich gegenseitig als Brüder und Schwestern behandeln, den jeweils anderen an seinen Freuden, seiner Liebe und seinem Eigentum teilhaben lassen. Auf dem Niveau der Wahrheit (Haqiqa) gibt es „weder meins noch deins“. Fortgeschrittene Sufis erkennen, dass alle Dinge von Gott kommen, dass sie selbst nur die Verwalter sind und in Wirklichkeit nichts besitzen. Diejenigen, die die Wahrheit erkennen, interessieren sich nicht für Besitz und Äußerlichkeiten im Allgemeinen, Bekanntheit und gesellschaftlichen Stand inbegriffen. Auf dem Niveau der Erkenntnis (Ma'rifa) gibt es „kein ich und kein du“. Der einzelne erkennt, dass nichts und niemand von Gott getrennt ist. Dies ist das oberste Ziel des Sufismus. (Zitiert nach Wikipedia)


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