Meine-Islam-Reform

Die persönliche Seite einer Religion

  • Full Screen
  • Wide Screen
  • Narrow Screen
  • Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size
Das Gebet im Koran

Im orthodoxen Islam ist man der Ansicht, dass der Koran nicht ausreichen würde, um das Gebet zu beschreiben. Daher greift man diesbezüglich auf die Ahadith zurück. Dies geht einher mit dem Gedanken, die Durchführung des Gebets müsste wie eine Gebrauchsanweisung in allen Einzelheiten beschrieben sein, ohne bzw. mit nur ehr wenig individuellen Möglichkeiten. Dies ist für sich betrachtet in sich schlüssig und korrekt. Es ist jedoch ein Irrtum anzunehmen, dass es nicht auch anders ginge und eben...


Weiterlesen...

Atheismus

E-Mail Drucken PDF
Benutzerbewertung: / 8
SchwachPerfekt 

Im Koran nehmen andere Glaubensrichtungen viel Raum ein. Oftmals ist die Rede von de "Leuten des Buches", Juden, Christen, Sabiern, Gläubigen, und Götzendienern. Doch eine Sache scheint nicht bedacht worden zu sein: Gottlosigkeit.

 

In der Tat spricht der Koran an keiner Stelle von Personen, die keine Religion, keinen Glauben haben. Insofern scheint er nicht von Atheismus zu sprechen. Stattdessen spricht er von etwas anderem.

 

Hast du den gesehen, der seine persönliche Neigung zu seinem Gott macht? Könntest du wohl sein Wächter sein? (25:43)

ارءيت من اتخذ الهه هوىه افانت تكون عليه وكيلا

In diesem Vers spricht der Koran von Menschen, die ihre Neigungen zu ihrem Gott machen! Das ist genau das, was auf den Atheismus zutrifft. Dass, was die Menschen für sich am passendsten erachten, werden sie verfolgen. Ob sie dies wirklich als allgemein bestes erachten steht dabei auf einem anderen Blatt, denn dies ist die hauchdünne Linie, die der Koran zwischen Wahrheitssuche und Verleugnung gesetzt hat. Es macht einen Unterschied aus, ob man das, tut, was seinen Neigungen entspricht oder das, was man als richtig empfinden. Jedenfalls stellen diese Menschen ihre Meinung über alles andere - sei es nun gerechtfertigt oder nicht. Insofern konstatiert der Koran, dass es keinen Menschen gibt, der nicht an irgend etwas glaubt. Atheismus ist - mit koranischen Augen betrachtet - nichts anderes, als eine weitere Religion.

Selbstverständlich lehnen Atheisten eine solche Sichtweise ab. Sie halten sie für der Religion übergeordnet, wenngleich auch sie nur glauben können und nicht wissen. Deswegen argumentieren sie häufig damit, dass sie das annehmen würden, was am logischsten, am nahe liegendsten sei. Dabei führen sie ins Feld, dass die Existenz eines Gottes weniger wahrscheinlich sei als seine Existenz. Dabei verkennen sie jedoch, dass es sich hierbei auch nur um subjektive Bewertungen von Fakten handelt. Daher kommen auch religiöse Menschen bei der Frage nach der Wahrscheinlichkeit grundsätzlich zu anderen Ergebnissen, als Atheisten und beide Seiten bemühen sich, die Gegenseite zu widerlegen.

Im Kern ist solch ein Verhalten zutiefst fundamentalistisch geprägt. Der eigene Glaube wird hingegen nicht wahrer, nur weil man einen anderen Glauben subjektiv widerlegt. Stattdessen wäre es sinnvoller, sich auf Gemeinsamkeiten zu konzentrieren um das, wovon man wirklich überzeugt sein kann in die Tat umzusetzen. Doch der Mensch scheint sich beim religiösen Messen ebenso gut zu gefallen, wie der pubertierende 18jährige mit seinem ersten eigenen Auto.

Abschließend ist zu sagen, dass der Begriff Religion keine allgemein verbindliche Definition kennt, insofern kann sich jeder das aussuchen, was ihm dazu gerade einfällt. Der Koran hingegen spricht vom Din. Dieser Begriff wird üblicherweise mit Religion übersetzt, doch reicht seine Bedeutung wesentlich weiter.

Die Wurzel د ي ن = Dal-Ya-Nun bedeutet:

obedience/submissiveness, servility, religion, high/elevated/noble/glorious rank/condition/state, took/receive a loan or borrowed upon credit, become indebted, in debt, under the obligation of a debt, contract a debt, repay/reimburse a loan, rule/govern/manage it, possess/own it, become habituated/accustomed to something, confirmation, death (because it is a debt everyone must pay), a particular law/statute, system, custom/habit/business, a way/course/manner of conduct/acting, repayment/compensation.

http://www.studyquran.org/LaneLexicon/Volume3/00000108.pdf

http://www.studyquran.org/LaneLexicon/Volume3/00000109.pdf

http://www.studyquran.org/LaneLexicon/Volume3/00000110.pdf

http://www.studyquran.org/LaneLexicon/Volume3/00000111.pdf

http://www.studyquran.org/LaneLexicon/Volume3/00000112.pdf

Wir sehen, dass sehr viele Dinge in dem Begriff Din mitschwingen. Am interessantesten ist für unsere Betrachtung der Begriff "System". Offenbar umfasst der koranische Begriff eben nicht nur Dinge des Glaubens, sondern jedwedes Konstrukt, in dem der Mensch sein Leben bestreitet bzw. bestreiten kann. Das bedeutet, dass nach dem Koran auch sämtliche Ideologien und damit eben auch der Atheismus ein System, also eine religion im weitesten Sinne darstellen.


Kommentare  

 
-1 # Atheist - eine Art Religion?Geschöpf 2011-06-11 01:24
"Atheismus ist - mit koranischen Augen betrachtet - nichts anderes, als eine weitere Religion."

Zuallererst muss ich sagen, dass dies ein sehr intelligenter Artikel ist und schön formuliert. Jedoch kann ich einem Argument nicht zustimmen - eben das Atheismus eine Art Religion sei. Wenn wir Religion sagen dann glauben wir auch an eine höhere Macht zb Hinduismus oder Islam. Ein Atheist glaubt aber nicht "an etwas höheres" oder wie es so schön im Koran steht an einen "Gott" der "jenseits der Wahrnehmung des Menschen ist" das bedeutet aber nicht das der Koran (nach meiner Kenntnis) deswegen den Menschen sofort verwirft - auch ein Atheist hat seine Ethik und will danach handeln und nur "Gott" allein weiss wer letzten Endes in den "Himmel" kommt...

Im Koran wird oft das Wort "Ungläubige" genannt - damit sind aber definitiv nicht Atheisten gemeint sondern Menschen die nach bösem trachten und wie heisst es so schön im Koran:

Denn niemals würde dein Erhalter eine Gemeinschaft wegen unrechter (Glaubensvorste llungen allein) vernichten, solange ihre Leute sich rechtschaffen (zueinander) verhalten.

Sura 11 Vers 117 Die Botschaft des Koran - Muhammad Asad

Man muss aber auch zugeben das es einem Atheisten wohl nur sehr selten gelingt, ohne Anbetung zu "Gott" höhere Tugend zu erlangen - jedenfalls kann ich das von meiner Erfahrung aus das so beurteilen

Friede sei mit euch
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
 
 
+1 # AntwortAdmin 2012-05-25 09:39
Salamunalaikum, möge der Frieden mit ihnen sein!

Ich denke nicht, dass eine Religion grundsätzlich an ein höheres Wesen glaubt. Der Buddhismus und viele seiner Spielarten tun das nicht.

Unabhängig davon ging es mir jedoch um den arab. Begriff der nur mit Religion übersetzt wird. Hier ist der Definitiosnbere ich nicht auf übersinnliches eingeschränkt.

wa salam
Andreas Heisig
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
 
 
+1 # OkErdinc 2011-06-11 22:27
"Ich denke nicht, dass eine Religion grundsätzlich an ein höheres Wesen glaubt. Der Buddhismus und viele seiner Spielarten tun das nicht."

Zuallererst vielen Dank für die Antwort und ich bin überrascht du hast wohl recht - tatsächlich ist es im Buddhismus anders...
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
 
 
0 # "Ich sehe dass es dein Gott sehr eilig damit hat deine Wünsche zu erfüllen."Rojas 2011-11-25 05:28
Och, ich kenne da noch jemanden, der "seine persönliche Neigung zu seinem Gott macht" - bzw. gemacht hat.

Von Aischa, der sogenannten "Lieblingsfrau" des angeblichen "Propheten" Mohammed, welche er bekanntlich ehelichte, als sie erst neun Jahre alt war, ist folgender Satz in bezug auf Mohammeds angebliche "Offenbarungen", überliefert:

"Ich sehe dass es dein Gott sehr eilig damit hat deine Wünsche zu erfüllen." (Sahih Al-Buchari, Band 6, Buch 60, Nummer 311)

- da Mohammeds angeblich "von Gott stammende Offenbarungen" praktischerweis e oftmals seinen gerade aktuellen, oft sexuellen Wünschen entsprachen.

Wenn man diesen Satz genauer ansieht, merkt man doch, dass in dieser klugen Spöttelei von Aischa im Grunde der ganze(!) Islam ad absurdum geführt wird, vor allem aber, dass Aischa offensichtlich selbst eigentlich keine Muslima war, sondern den "Propheten" Mohammed, ihren "Ehemann" (besser: Missbraucher), für jenen offensichtliche n Schwindler und Hochstapler hielt, der er tatsächlich war. Schließlich war Aischa als Kind in eine Situation, nämlich die Heirat mit dem schon sehr viel älteren Mohammed, hineingeraten, auf die sie selbst keinen Einfluss hatte. Und sie wusste natürlich tief in ihrem Innern, dass ihr bitteres Unrecht geschehen war. Missbrauchte Kinder wissen das!

Denn man beachte auch, dass Aischa zu Mohammed sagte: "Ich sehe dass es dein Gott sehr eilig damit hat deine Wünsche zu erfüllen." - sie sagte also nicht einfach: "Ich sehe, dass es Gott sehr eilig damit hat..", nein, sie sagte vielmehr zu Mohammed: "Ich sehe, dass es DEIN(!) Gott sehr eilig damit hat..." Schon allein dass "dein" in diesem Satz weist doch darauf hin, dass Mohammeds "Gott" aus Aischas Sicht eben "sein" Gott war, aber nicht der ihre.

Andererseits gibt es durchaus anständige Atheisten, die keine Kinder missbrauchen, sich keine Sklavinnen für Sex-Dienste halten und sogar nur mit einer einzigen Frau verheiratet sind - im Gegensatz zum angeblichen "Propheten" Mohammed. Klar, Muslime auch - zumal ja in westlichen Ländern Kinderehen, Sklavenhaltung und Polygamie sowieso verboten sind. Und in islamisch geprägten Ländern wie Afghanistan, Jemen, aber sogar in der "zivilisierten" Türkei sind Kinderehen bis heute nichts Unübliches, kein man muss sich vor der Gesellschaft dafür schämen - man folgt schließlich dem Vorbild des Propheten Mohammed und außerdem, was Gott im Koran nicht verbietet, das muss ja erlaubt sein. Aber Gott hat eben das Heiraten von Kindern und Sex mit Sklavinnen eben nicht verboten. Und da erzählst Du bzw. der Koran was von "seine persönliche Neigung zu seinem Gott machen"? Ausgerechnet? Nachdem ein Großteil der angeblichen Offenbarungen "praktischerweis e" gerade zu Mohammeds persönlichen Wünschen passte? Wer hat denn im Koran seine persönlichen Neigungen zu seinem Gott gemacht, wie sogar schon die junge, aber kluge Aischa durchschaute? Und wem ermöglicht der Islam entsprechend noch, persönliche Neigungen, wie den Wunsch nach Heirat und Sex mit Kindern, zum "persönlichen Gott" zu machen? Muslimen oder Atheisten?
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
 
 
-1 # AntwortAdmin 2012-05-25 09:40
Salamunalaikum Rojas, möge der Frieden mit Ihnen sein!

Bitte in Zukunft selbst Beiträge verfassen und nicht stellenweise abkopieren - das wirkt unehrlich:

wer-weiss-was.de/.../...


Dennoch möchte ich kurz antworten:

1. Diese Webpräsenz gehört zu der innerislamische n Strömung, die alle(!) Ahadith ablehnt. Insofern spielen irgendwelche Überlieferungen keine Rolle.
meine-islam-reform.de/.../...
Es würde mich freuen, wenn Sie diese Tatsache bei weiteren Kommentaren berücksichtigen würden.

2. Kinderehen, Zwangsehen und Sex mit Sklaven sind im Koran verboten:

meine-islam-reform.de/.../...
meine-islam-reform.de/.../...
meine-islam-reform.de/.../...
meine-islam-reform.de/.../...

3. Selbstverständl ich folgt ein Andersgläubiger auch z.B. atheistischer Sicht auch seinen Neigungen. Dies war jedoch nicht das Thema des Beitrages. Das Thema war Atheismus aus Sichtweise des Korans. Aus Sichtweise der Bibel sind Muslime ja auch Ungläubige. Dass dies keine objektivierbare Aussage ist, sollte jedem denkenden Menschen bewusst sein.

Ich wünsche Ihnen Frieden,

Andreas Heisig
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
 
 
+1 # Nicht aufmerksam gelesenFriedrich 2013-12-09 02:05
Sie haben den Koran leider nicht aufmerksam gelesen es gibt durchaus mehrere Stellen im Koran an denen von Atheisten die Rede ist. Ich bin aber kein gelehrter des Korans weshalb ich die Zeilen nicht aus dem ff zaubern kann. Außerdem gibt es überall in jeder möglichen Sprache Online Korane die man jederzeit einsehen kann.
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
 

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

You are here: Artikel Allgemein Atheismus