Meine-Islam-Reform

Die persönliche Seite einer Religion

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Das Gebet im Koran

Im orthodoxen Islam ist man der Ansicht, dass der Koran nicht ausreichen würde, um das Gebet zu beschreiben. Daher greift man diesbezüglich auf die Ahadith zurück. Dies geht einher mit dem Gedanken, die Durchführung des Gebets müsste wie eine Gebrauchsanweisung in allen Einzelheiten beschrieben sein, ohne bzw. mit nur ehr wenig individuellen Möglichkeiten. Dies ist für sich betrachtet in sich schlüssig und korrekt. Es ist jedoch ein Irrtum anzunehmen, dass es nicht auch anders ginge und eben...


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Über das Finden der Kommunikationsmethoden

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Ohne Verzerrung, Verheimlichung,
aber die Bedingungen berücksichtigend


Salam Freunde:

Diese Diskussion ist eine wichtige Diskussion. Würden wir doch unsere Meinungen in einer Sprache und einem Stil formulieren, die keine persönlichen Ärgernisse herbeiführen. Meines Erachtens sollten wir mehr über die Kommunikationsmöglichkeiten recherchieren, denken und diskutieren. Dies ist ein wichtiges Problem, womit sich viele der religiösen, sozialen oder politischen Organisationen letzten Endes konfrontiert sehen.


Einerseits wird von uns verlangt milde Worte sogar gegen eine dermaßen arrogante Person wie Pharao zu gebrauchen (20:44), auf Gottes Weg mit Wissen und schöner Weisheit einzuladen (16:125), nicht die Götzen der Unwissenden zu beleidigen, um den Fanatismus und die Feindschaft der Unwissenden nicht zu steigern (6:108), uns selbst daran zu erinnern, dass wir zu seiner Zeit genau wie sie waren und deswegen diesen Personen bei einem Gruß nicht mit "Du bist kein Gottergebener" zu entgegnen (4:94). Andererseits wird, neben diesen Ermahnungen, deren Befolgung von uns gewollt wird, eine kompromisslose Haltung hinsichtlich des Inhalts unserer Botschaft als Voraussetzung besonders betont (2:120; 2:145; 4:113; 5:48-49; 6:56; 6:111; 6:116; 6:150; 13:37; 42:15; 47:14; 45:3). Denn im Islam, d.h. im Frieden/System der Ergebung gegenüber Gott allein, beginnt die Hauptbotschaft "LA ilahe illallah" [KEINE Gottheit ausser dem (einzigen) Gott] mit LA und protestiert gegen die traditionellen und althergebrachten Götzen und Dogmen; rebelliert gegen sie. Dieser Protest sollte nicht durch Kämpfe und Kriege, sondern durch friedliche, intellektuelle Diskussionen realisiert werden. In einer Welt, wo der Teufel durch verschiedene Wege Milliarden von unseren Geschwistern verführt hat, kann kein Gespräch gutgeheißen werden, wenn das LA als erstes verheimlicht wird.

Denn wegen diesem LA werden trotz aller Bescheidenheiten, sowie der rechtschaffenen und friedlichen Eigenschaften, beinahe alle Gesandte und die mutigen Menschen, die sie unterstützen, noch zu Beginn zur Zielscheibe, entweder durch die spöttische Art oder durch die Reaktion politischer, sozialer und sogar militärischer Art der unwissenden Mehrheit.

Meines Erachtens ist es nötig, das Thema, wie die Botschaft, in welcher Reihenfolge welchen Menschen in welcher Art weitergeleitet wird, zu überdenken und zu besprechen. Ich glaube nicht, dass wir im Stande sind, detaillierte Formeln zu fertigen, die jede Person, Gruppe oder Situation beinhalten. Ihr werdet euch mit Situationen konfrontiert sehen, sodass es erforderlich ist, manchmal in der Mitte des Alphabets zu beginnen, manchmal zu schreien oder manchmal zu schweigen. In dieser Sache kann ein Anführer oder eine Organisation die eigentliche Entscheidung nicht fällen; diese Entscheidung fällt der die Unterhaltung persönlich erlebende Monotheist selber, nachdem er die Bedingungen bewertet hat – gemäß seinem Verstand, seinem Wissen und seiner Erfahrung.

Nehmen wir beispielsweise eine Person, die alle Verse in Bezug auf die Wunder im Koran als symbolische Beschreibungen zu deuten versucht; die Bemühung, den Hauptgrund zu ergründen, welcher die Person zu dieser Deutungsmethode geführt hat, statt jeden einzelnen Vers zu besprechen, bewirkt sowohl eine Vermeidung von Zeitverlust als auch eine gesündere und wirkungsvollere Diskussion. Manchmal können wir sehen, dass diese Gattung von Mensch diese Methode deshalb hinzuzieht, weil sie den Vers "Du wirst in der Sunna (Vorgehen) Gottes keine Änderung vorfinden" falsch verstanden oder unangesagte philosophische Probleme in Bezug zum Glauben an den Koran haben. Falls diese Person Probleme hat, dem Koran zu vertrauen, so ist es sinnlos, die früheren Wunder, die im Koran aufgenommen wurden, zu nennen. Dieser Person, ohne sie zu versuchen zu beleidigen, sollte mit einem (noch) zu suchenden Weg bewiesen werden, dass der Koran wirklich Gottes Wort ist...

Beispielsweise können wir es vorziehen dem/der Sunniten/Sunnitin, der/die das 19er System nur durch Kritik und vom Hörensagen kennt, die 9:128-129 Thematik erst am Schluss zu nennen. Natürlich sollten wir, falls die Person sehr darauf bestehen sollte und keine Lebensgefahr existiert, unseren Glauben in dieser Hinsicht in einer deutlichen Art und Weise formulieren können.

Ich trete der Besorgnis und der Sensibilität einiger Kollegen hinsichtlich des Inhalts der Botschaft bei. Aber ich respektiere diejenigen Kollegen, welche Fragen bezüglich der Weiterleitung der Botschaft haben, wie sie ohne die Botschaft zu biegen und zu beugen, ohne zu verzerren, wem weiterleiten sollen und in dieser Hinsicht Probleme sehen.

Ich hoffe, dass wir, wenn wir diese Diskussionen bzgl. dieser Thematik führen, einander nicht beleidigen und versuchen uns gegenseitig zu verstehen, im möglichsten Grade miteinander in Wohlwollen begegnen.

Persönlich glaube ich nicht, dass die Mehrheit durch die Geschichte hindurch sehr erfolgreich darin war, göttliche Wahrheiten zu finden. Aber ich fühle, dass die Generation, in der wir leben, ein Wendepunkt in der Veränderung der Geschichte ist. Ich glaube, dass es unsere dringliche Pflicht ist, die uns bekannten Wahrheiten zu äußern; ohne darüber zu spekulieren, welche möglichen Reaktionen die Mehrheit auf den Inhalt zeigen wird und ohne sie wahrzunehmen.

Die weltlichen Moslems bedürfen einer schnellen Warnung, brauchen einen offenen und umfassenden Lösungsweg und eine radikale Paradigma-Veränderung. Das [derzeitige] islamische Reich erwartet eine große Veränderung. Meines Erachtens ist es unangemessenen, die aus den überholten, kaputt gegangenen Aberglauben hervorgetretenen Besorgnisse und Empfindlichkeiten für unseren Weg als Merkblatt zu erachten – sowohl hinsichtlich des Prinzips als auch der Praxiseffizienz. Vom Verbot der Bilder und dem Anhören der Frau bis hin zur Notwendigkeit, einen Bart wachsen zu lassen – Regeln, die sogar die Mehrheit der Sunniten in ihrem persönlichen Leben nicht mehr ausüben (können). Wir dürfen die jungen, Millionen von Menschen nicht vergessen, die ihre Religion und sogar den Glauben an Gott zu hinterfragen beginnen.

Wenn ich als eine Person, die des Türkischen nicht sehr mächtig ist, die keine Rhetorikkompetenz, kein Vermögen besitzt, deren bäuerliche Art den Städtern unhöflich erscheint, die sogar seit zwanzig Jahren auf der anderen Seite des Pazifischen Ozeans lebt, die Botschaft Millionen von Menschen überbringen konnte und zum Vorwand wurde, dass tausende Menschen sie anerkennen/achten, so ist dies nicht eine Sache, die aufgrund meiner politischen Berechnungen erfolgt ist. Unter euch gibt es Gefährten, die besser Türkisch sprechen und sogar mindestens genauso gut schreiben wie ich und die eine sympathischere Persönlichkeit als ich haben. Bedenkt, dass zwölf, vierzig oder siebzig Leute, die bei "sei wahrhaftig wie es dir befohlen wurde" eine Gänsehaut kriegen, entschieden haben, für die Weiterleitung der göttlichen Botschaft eine Einheit in Kraft und Absicht zu werden...

Wenn es nicht unsere Absicht sein soll, es so wie viele Sekten und Gemeinschaften Idare-i maslahat (?) und Takiyye zu tun, um persönlichkeitslose Anhänger und Reichtümer zu sammeln (5:100), sondern wir wahrhaftig sein sollen, wie es uns befohlen wurde (15:94); wenn es unsere Absicht sein sollte, Gottes Rechtleitung, Wohlgefallen und Unterstützung allein zu gewinnen (4:45; 4:81; 4:125; 4:132; 25:31; 29:52; 30:38; 31:22; 33:3; 33:39; 48:28; 92:20) und nachdem wir die Gnade erreicht haben, Gottes Zeichen zu bezeugen, diese dann Anderen ohne zu verzerren und zu verheimlichen weiterzuleiten (2:143; 3:187; 22:78; 57:19); wenn es unsere Absicht sein sollte, nachdem wir die Veränderungen gemäß der Botschaft an uns selbst durchgeführt haben, sie mit Wissen, Weisheit und auf die schönste Art mit den Menschen zu teilen (6:108; 16:125; 20:44; 41:33)...... so können wir weder die Botschaft für politische Berechnungen opfern noch können wir ohne die Absicht, die Situation, die Fragen, die Probleme, die Bedürfnisse oder die Schwächen des Angesprochenen zu kennen, die Verse mit einer verdrießlichen Miene gebrauchend wie einen Vorschlaghammer unser Ego befriedigen (die Verse für unser Ego missbrauchen).

Abraham hat die Götzen nicht zerstört, um die Unwissenden und die Heuchler zu ärgern; er hat sie zerstört um sie und uns zum Nachdenken anzuregen. Vielleicht war dieser Weg die einzige, effektivste Methode, um ihnen unter jenen Umständen die verbindende Botschaft zu überbringen. Abraham hat auch keine politischen Berechnungen angestellt wie beispielsweise "Wie viele werden mir glauben, wenn ich die Götzen zerstöre, was werden sie mir antun?", die seiner Mission widersprachen. Also werden wir im Finden der effektivsten, schönsten und angemessensten Kommunikationsmethoden, die je nach Bedingungen und Personen variabel sind, ständig auf der Suche und in der Diskussion sein. Kurz gesagt werden wir, so Gott will, ohne Kompromisse bzgl. Inhalt und Betonung der Botschaft, ohne in den Missbrauch der Takiyye zu geraten und ohne das rechtschaffene Benehmen abzulegen, die Menschen mit den angemessensten Methoden zur Wahrheit und zu rechtschaffenen Werken einladen – bei Bedarf wie Noah schreiend oder flüsternd (71:8), bei Bedarf große Wunder zeigend oder sich friedlich trennend (79:20 & 74:37; 43:89 & 109:6), bei Bedarf die frohe Botschaft ankündigend oder warnend/ermahnend (4:165).




übersetzt aus dem Türkischen von Kerem A.
Quelle: 19.org-Forum



Quelle: http://alrahman.de/philosophisches/6-islamische-gedanken/98-ueber-das-finden-der-kommunikationsmethoden


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