Meine-Islam-Reform

Die persönliche Seite einer Religion

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Die Hadsch

Karte des Weges von Arafat nach MekkaIm folgenden eine kleine Darstellung der Regeln der Pilgerfahrt, wie sie im Koran beschrieben ist.

 

Pflicht:

Sure 2 Vers 196: "Führt die Wallfahrt (hadsch) und die Besuchsfahrt (`umra) (mit allen ihren Zeremonien) im Dienste Allahs durch! Und wenn ihr (durch feindlichen Widerstand an der Ausführung der Wallfahrtszeremonien) behindert seid, dann (bringt als Sühne für die Unterlassung) an Opfertieren (dar), was (für euch) erschwinglich ist! Und schert euch nicht den Kopf, bis die Opfertiere ihre...


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Sohn des Weges

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Im Namen Gottes Des Erbarmers Des Gnädigen

Die Bezeichnung "Sohn des Weges" bzw. "Sohn der Strasse" ist ein wortwörtliche Übersetzung der Phrase ابن السبيل [EBN ALSaBYL], die in 8 Versen im Koran vorkommt: 2:177, 2:215, 4:36, 8:41, 9:60, 17:26, 30:38, 59:7.
Die meisten Übersetzer gaben die Phrase als "Reisende" oder "Wanderer" wieder, außer bei Bubenheim, der sie einfach wortwörtlich übersetzte.

 

 

 

Bubenheim:
Und dient Allah und gesellt Ihm nichts bei. Und zu den Eltern sollt ihr gütig sein und zu den Verwandten, den Waisen, den Armen, dem verwandten Nachbarn, dem fremden Nachbarn, dem Gefährten zur Seite, dem Sohn des Weges und denen, die eure rechte Hand besitzt. Allah liebt nicht, wer eingebildet und prahlerisch ist,

Khoury:
Und dient Gott und gesellt Ihm nichts bei. Und behandelt die Eltern gut und die Verwandten, die Waisen, die Bedürftigen, den verwandten Beisassen, den fremden Beisassen, den Gefährten an eurer Seite, den Reisenden und das, was eure rechte Hand besitzt. Gott liebt die nicht, die eingebildet und prahlerisch sind,

Ahmadyya:
Verehrt Allah und setzet Ihm nichts zur Seite, und (erweiset) Güte den Eltern, den Verwandten, den Waisen und den Bedürftigen, dem Nachbarn, der ein Anverwandter, und dem Nachbarn, der ein Fremder ist, dem Gefährten an eurer Seite und dem Wanderer und denen die eure Rechte besitzt. Wahrlich, Allah liebt nicht die Stolzen, die Prahler;

Unsere Übersetzung unterscheidet sich in dem Fall von den anderen, da wir in dieser Phrase aus zwei wichtigen Gründen eher  "Obdachlose" verstanden haben:

  1. Die Bezeichnungen "إبن [EBN] = Sohn und أبو / أبي [ABY / ABU] = Vater einer Sache" werden im arabischen Sprachgebrauch als jene Personen verstanden, die einer Sache unterliegen (Sohn) oder überlegen (Vater) sind. Wenn man also eine Person als  "Vater der Liebe" bezeichnet, dann heißt es, dass diese Person ein Mensch ist, der überaus liebevoll ist. Bezeichnet man eine Person als "Sohn der Verwöhnung", dann ist dieser Mensch einer, der der Verwöhnung seiner Eltern unterliegt.
  2. Zweitens: In allen 8 Versen, wo diese Bezeichnung vorkommt, haben solche Personen mit den Waisen und den bedürftigen Menschen eine gewisse Ähnlichkeit. D.h. dass die Situation dieser Person genau so armselig zu verstehen ist wie bei den anderen. Dehalb verstehen wir nicht, wie ein Reisender oder ein Wanderer in so einer Situation sein könnte, und ihm noch etwas von unserem Geld spenden müssen. Hätte man Hab und Gut verloren und deshalb auf Reisen/Wandern ist, dann ist er eher ein Obdachloser. Würde einer viel Reisen/Wandern, dann hat er genug Geld, dies zu tun und gilt nicht als Bedürftiger.

"Sohn des Weges" ist in dem Sinn kein anderer außer ein Mensch, der auf der Strasse leben muss, weil er kein Zuhause hat. Und deshalb haben wir uns in unserer Übersetzung für die Bezeichnung "Obdachlose" entschieden:

4:36 Und dient Gott und gesellt Ihn nichts bei, Und seid gütig gegenüber Eltern, den Nahstehenden, dem Waisen, dem Armen, dem nahen und dem entfernten Nachbar, dem Gefährten an eurer Seite, dem Obdachlosen und denen, die euch unter Eid anbefohlen sind. Gewiss, Gott liebt nicht denjenigen, der eingebildet, arrogant ist

Eins wollen wir noch betonen und hoffen, dass Menschen und vor allem Muslime diese Worte verinnerlichen.

Man hört leider von vielen traditionell islamischen Gelehrten, dass die Gaben eines Muslims nur Muslimen gelten. Wir aber sagen dazu, dass es eine große Lüge ist und warnen jeden, der solche Lehren verbreitet, da im Koran nicht von islamischen Waisen, Bedürftigen oder Obdachlosen die Rede ist, sondern von allen Menschen ohne Ausnahme oder Bezug auf ihre Religion. Wenn einer spenden möchte, dann nur aus Liebe zu Gott und ohne zu fragen, welche Religion diese Person hat:

2:262 Diejenigen, die ihr Vermögen auf dem Weg Gottes spenden und, nachdem sie gespendet haben, nicht auf ihr Verdienst pochen und nicht Ungemach zufügen, haben ihren Lohn bei ihrem Herrn, sie haben nichts zu befürchten, und sie werden nicht traurig sein.

 

 


Quelle: http://hanif.de/?p=1429


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