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Die Hadsch

Karte des Weges von Arafat nach MekkaIm folgenden eine kleine Darstellung der Regeln der Pilgerfahrt, wie sie im Koran beschrieben ist.

 

Pflicht:

Sure 2 Vers 196: "Führt die Wallfahrt (hadsch) und die Besuchsfahrt (`umra) (mit allen ihren Zeremonien) im Dienste Allahs durch! Und wenn ihr (durch feindlichen Widerstand an der Ausführung der Wallfahrtszeremonien) behindert seid, dann (bringt als Sühne für die Unterlassung) an Opfertieren (dar), was (für euch) erschwinglich ist! Und schert euch nicht den Kopf, bis die Opfertiere ihre...


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Sure 33 Vers 50 - 52

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Einer der Abschnitte des Koran, die am schwierigsten zu fassen sind, besteht aus den Versen 50 bis 52 der Sure al-Azhab. Entsprechend umfangreich sind die Kommentare in den Werken der Exegeten, die jedoch alle darauf hinauslaufen, dass Gott dem Propheten einen Sonderstatus gewährt habe, was häufig für Verwirrungen und Kritik sorgt.

 

 

In der Übersetzung von F. Bubenheim lauten die Verse:

O Prophet, Wir haben dir (zu heiraten) erlaubt: deine Gattinnen, denen du ihren Lohn gegeben hast, das, was deine rechte Hand (an Sklavinnen) besitzt von dem, was Allah dir als Beute zugeteilt hat, die Töchter deiner Onkel väterlicherseits und die Töchter deiner Tanten väterlicherseits, die Töchter deiner Onkel mütterlicherseits und die Töchter deiner Tanten mütterlicherseits, die mit dir ausgewandert sind; auch eine (jede) gläubige Frau, wenn sie sich dem Propheten (ohne Gegenforderung) schenkt und falls der Prophet sie heiraten will: Dies ist dir vorbehalten unter Ausschluß der (übrigen) Gläubigen - Wir wissen wohl, was Wir ihnen hinsichtlich ihrer Gattinnen und dessen, was ihre rechte Hand (an Sklavinnen) besitzt, verpflichtend gemacht haben -, damit für dich kein Grund zur Bedrängnis bestehe. Und Allah ist Allvergebend und Barmherzig.

Du darfst zurückstellen, wen von ihnen du willst, und du darfst bei dir aufnehmen, wen du willst. Und wenn du doch eine von denjenigen begehrst, die du abgewiesen hast, dann ist das für dich keine Sünde. Das ist eher geeignet, daß sie frohen Mutes, nicht traurig und daß sie alle mit dem zufrieden sind, was du ihnen gibst. Allah weiß, was in euren Herzen ist. Allah ist Allwissend und Nachsichtig.

Darüber hinaus ist dir weder erlaubt, Frauen zu heiraten noch sie gegen (andere) Gattinnen einzutauschen, auch wenn ihre Schönheit dir gefallen sollte, mit Ausnahme dessen, was deine rechte Hand (an Sklavinnen) besitzt. Und Allah ist Wächter über alles.

يايها النبى انا احللنا لك ازوجك التى ءاتيت اجورهن وما ملكت يمينك مما افاء الله عليك وبنات عمك وبنات عمتك وبنات خالك وبنات خلتك التى هاجرن معك وامراة مومنة ان وهبت نفسها للنبى ان اراد النبى ان يستنكحها خالصة لك من دون المومنين قد علمنا ما فرضنا عليهم فى ازوجهم وما ملكت ايمنهم لكيلا يكون عليك حرج وكان الله غفورا رحيما

ترجى من تشاء منهن وتوى اليك من تشاء ومن ابتغيت ممن عزلت فلا جناح عليك ذلك ادنى ان تقر اعينهن ولا يحزن ويرضين بما ءاتيتهن كلهن والله يعلم ما فى قلوبكم وكان الله عليما حليما

لا يحل لك النساء من بعد ولا ان تبدل بهن من ازوج ولو اعجبك حسنهن الا ما ملكت يمينك وكان الله على كل شىء رقيبا

Ich sehe das Problem bei der Deutung dieser Verse darin, dass bereits durch die Art der Übersetzung eine Deutungsebene geschaffen wird, die so im Text jedoch nicht notwendigerweise angelegt ist und so für Verwirrung sorgt, zumal umliegende Verse oftmals kaum Beachtung finden.

Vers 50 erläutert, wer dem Propheten erlaubt wurde(!) ("wir haben dir erlaubt" und nicht "wir erlauben dir") bzw. wie es bisher geregelt war. Es ist nicht die Rede davon, dass dies erst jetzt so festgelegt werden würde. Da sich im Koran jedoch kein Vers findet, der dies zuvor verbindlich erlaubt hätte, kann man den Vers auch dahingehend deuten, dass bislang einfach kein Verbot bestand.

Worum geht es in Vers 50? Erlaubt sind dem Propheten:

  1. Gattinen, denen er ihren Lohn gegeben habe. Wie Sure 4 Vers 25 und Sure 4 Vers 4 deutlich machen handelt es sich dabei um die sogenannte Morgengabe.
  2. Was seine rechte Hand besitzt. Bubenheim und viele weitere verbinden damit Sklavinnen. Hierzu empfehle ich zu lesen: http://meine-islam-reform.de/index.php/artikel/fremdtexte/736-ma-malakat-aymanukum.html -> es geht also um Ehen, die nicht nach koranischer Maßgabe geschlossen wurden. Der Begriff "Beute" kommt in diesem Vers nicht vor, sondern ist das Ergebnis von Interpretation.
  3. Cousinen.
  4. Frauen, die auf die Morgengabe verzichten (sich schenken wollen).

Der Vers erklärt, dass hierbei offenbar ein Unterschied besteht zu den übrigen Gläubigen. Die Unterschiede sind:

  1. Gattinnen
  2. Frauen, die auf die Morgengabe verzichten.

Wieso ist dies so?

Es ist den übrigen Gläubigen nicht gestattet, ihre Gattinen erneut zu heiraten, wenn sie die Scheidung drei Mal ausgesprochen haben (siehe Sure 2 Vers 229). Der Prophet kann seine Gattinnen jederzeit erneut heiraten. Hintergrund ist, dass die Frauen des Propheten keine anderen Männer heiraten dürfen. Dies begründet sich darin, dass sie als "Mütter der Gläubigen" bezeichnet werden, also eine spirituelle Führungsposition innerhalb der Gemeinde einnehmen.

Der Prophet steht den Gläubigen näher als sie sich selbst, und seine Gattinnen sind ihre Mütter. Und die Blutsverwandten stehen nach dem Buch Allahs einander näher als die Gläubigen und Auswanderer, außer, daß ihr euren Schützlingen Gutes tun solltet. Dies steht im Buch verzeichnet. (33/6)

النبى اولى بالمومنين من انفسهم وازوجه امهتهم واولوا الارحام بعضهم اولى ببعض فى كتب الله من المومنين والمهجرين الا ان تفعلوا الى اوليائكم معروفا كان ذلك فى الكتب مسطورا

In Sure 33 Vers 28 wird der Prophet verpflichtet den Frauen, die - aus welchem Grund auch immer - doch eine finanzielle Ausstattung wünschen ihnen diese zu geben, sie hernach aber aus der Ehe zu entlassen:

O Prophet, sag zu deinen Gattinnen: Wenn ihr das diesseitige Leben und seinen Schmuck haben wollt, dann kommt her, ich werde euch eine Abfindung gewähren und euch auf schöne Weise freigeben.

يايها النبى قل لازوجك ان كنتن تردن الحيوة الدنيا وزينتها فتعالين امتعكن واسرحكن سراحا جميلا

Wenn hingegen andere Frauen eine Trennung wünschen haben sie kein Anrecht auf zusätzliche finanzielle Ausstattung.

 

Vers 51 widmet sich noch einmal der Tatsache, dass der Prophet nicht an die "drei Scheidungen" gebunden ist, sondern jede geschiedene Frau immer wieder heiraten darf - sofern die Frau dem zustimmt.

 

Vers 52 macht klar, dass der Prophet sonst keine weiteren Frauen heiraten darf, sich nicht scheiden lassen darf, um andere Frauen zu ehelichen (die Begrenzung auf vier Ehefrauen gilt an dieser Stelle auch für den Propheten; siehe auch: http://antikezukunft.de/2012/05/06/war-der-prophet-gleichzeitig-wirklich-mit-mehr-als-vier-frauen-verheiratet/, sondern lediglich die, mit denen er nicht nach koranischem Recht verheiratet ist (s.o.).

Die Unterschiede zwischen dem Propheten und den übrigen Gläubigen erstrecken sich jedoch nicht nur auf das Eherecht. So musste der Prophet eine Zeit lang den großen Teil der Nacht mit Koranrezitation verbringen (Sure 73), während es für die übrigen keine Pflicht war.

 

Jedenfalls handelt es sich bei dem veränderten Eherecht des Propheten nicht um einen Sonderstatus oder gar einen Vorteil gegenüber den übrigen Gläubigen, sondern lediglich um eine veränderte Handhabung, die letztlich hinweggenommen wurde.


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