Meine-Islam-Reform

Die persönliche Seite einer Religion

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Die Shahada

Orthodoxe Shahada als kalligrafischer Schriftzug in der Wasir-Khan-Moschee in LahoreDie Shahada ist die erste Säule des orthodoxen Islam und lautet: "La ilaha il allah muhammad rasululah" - "Es gibt keinen Gott außer Gott und Muhammad ist sein Gesandter". Es ist bemerkenswert, dass ein solches Glaubensbekenntnis im Koran nicht existiert. In Sure 3 Vers 18 findet sich lediglich folgendes:

"Allah bezeugt, daß es keinen Gott gibt außer ihm. Desgleichen die Engel und diejenigen, die das Offenbarungswissen besitzen. Er sorgt für Gerechtigkeit (qaa'iman bil-qisti). Es gibt keinen...


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Ein pädophiler Prophet!?

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Eine häufige - aber auch unsachliche - Kritik an Muhammad(sa) ist der Vorwurf der Pädophilie, da er laut islamischen Überlieferungen eine sechsjährige geheiratet habe. Der Vollzug der Ehe habe dabei mit einer Neunjährigen stattgefunden.

Man muß zunächst sagen, daß der Vorwurf der Pädophilie ungerechtfertigt ist, da die Merkmale derselben gar nicht zutreffen, denn weder ist das Interesse an Kindern bei Muhammad(sa) zeitlich überdauernd, noch primär (zur näheren Begriffsbestimmung siehe http://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%A4dophilie#Begriffsdefinition ). Es ist eher anzunehmen, daß andere Gründe für eine solch junge Ehe ausschlaggeben waren, wie z.B. schlicht die Festigung von Verwandtschatsverhältnissen.

Nach unseren heutigen Maßstäben ist dies ein sehr schändliches Vergehen, aber man muß auch sehen, daß es zur damaligen Zeit offenbar vollkommen normal war und daß sich daraus zumindest in der damaligen Zeit keine schlimmen Folgen für diese - in unseren Augen - Kinder ergeben haben. So wurde aus Aisha laut den anerkannten Überlieferungen eine starke Frau, die sogar in der sogenannten Kamelschlacht als Feldherrin fungierte. Auch ist sie eine angesehene Gelehrte und weithin bekannt für Ihre Eloquenz und Ihr Wissen bezüglich der Ahadith, so daß man sagen kann, daß das niedrige Heiratsalter keine Nachteile mit sich gebracht hat.

Auch war es zur damaligen Zeit offenbar nichts ungewöhnliches, bereits mit neun Jahren in die Ehe zu gehen, wie die folgenden Beispiel zeigen:

a)ʿUmar ibn al-Khattāb – möge Allah mit ihm zufrieden sein – heiratete Umm Kulthum, die Enkelin des Propheten und Tocher des ʿAlī ibn Abī Tālib und Fāṭimas, als diese 9 oder 10 Jahre alt war.
b) Imām al-Bayhaqī berichtet in Sunan al-Kubra von nicht weniger als drei jungen muslimischen Ehefrauen, die im Alter von 9 oder 10 Jahren Mutter wurden.
c) Imām Schāfiʿī berichtet in Kitāb al-Umm, daß er im Jemen zahlose neunjährige Mädchen im Reifealter gesehen habe.
d) Wie in Tarīkh Baghdād berichtet wird, heiratete Ḥischām ibn ʿUrwa die neunjährige Fātima bint Mundhir.
e) Abū Bakr war wegen ʿĀ’ischa – möge Allah mit ihnen zufrieden sein – bereits vor dem Heiratsangebot des Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – mit den Eltern des Jubayr ibn Mutʿim wegen einer möglichen Heirat im Gespräch gewesen

Dieser Umstand ist vielleicht darauf zurückzuführen, daß, je näher Menschen am Äquator wohnen, desto eher die Pubertät einsetzt.1

Damit sollte auch klar sein, daß man etwaige Prinzipien, die im Arabien im Jahre 600 galten eventuell heute nicht mehr zu tragen kommen; dies entspricht auch der Methodik der Ableitung rechtlicher Bestimmungen der Gelehrten.2 Diese besagt, daß man nicht jede Lebensgewohnheit des Propheten als Bestandteil des Islam betrachten kann, da vieles von dem, was er tat, lediglich im Zuge der gesellschaftlichen Umstände geschah, wie. z.B. wie er ging, was er anzog, was er gerne aß, welche Feste er mochte und eben auch, wen er heiratete. Muslime, die heute meinen, auf Grund der Tatsache, das Muhammad(sa) laut Sunna ein - nach heutigen Maßstäben - Kind heiratete, selbst nun Kinder zu heiraten tuen unrecht, wenn sie dies gedankenlos auf die heutige Zeit übertragen, denn der Koran fordert ganz klar:

Sure 4 Vers 6:

"Und prüft die Waisen (ob sie reif genug sind)! Wenn sie schließlich das Heiratsalter erreicht haben und ihr an ihnen feststellt, daß sie, (in Geldsachen) verständig sind, dann händigt ihnen ihr Vermögen aus! Und zehrt es nicht verschwenderisch und voreilig auf (in der Erwartung), daß sie groß werden (und ihr dann nicht mehr darüber verfügen könnt)! Wer reich ist, soll sich enthalten (etwas von dem ihm anvertrauten Vermögen der Waisen zu verbrauchen). Wer arm ist, soll (nur) in rechtlicher Weise (davon) zehren. Und wenn ihr ihnen ihr Vermögen aushändigt, dann laßt es bezeugen! Allah rechnet (streng) genug ab."

Hier wird klar gesagt, daß das Heiratsalter einhergeht mit der geistigen Reife sich selbst zu verwalten. Man muß also jedes Mal erst prüfen, ob dies auch der Fall ist. Dies wird - wie Medienberichte wissen lassen - vielfach ignoriert und die Praxis der Kinderehe muß bekämpft werden!

Ferner stellt sich die Frage, ob die klassisch angeführten Überlieferungen bezüglich des Heiratsalters von Aisha so überhaupt 100%ig korrekt sind.

Bukhary Volume 3, Book 37, Number 494:
Narrated Aisha:
(wife of the Prophet) Since I reached the age when I could remember things, I have seen my parents worshipping according to the right faith of Islam. Not a single day passed but Allah's Apostle visited us both in the morning and in the evening. When the Muslims were persecuted, Abu Bakr set out for Ethiopia as an emigrant.
...

Wie wir hier sehen, kann sich Aisha daran erinnern, daß Ihr Vater Abu Bakr nach Äthiopien auswanderte. Laut einhelliger islamischer Gelehrtenmeinung fand dies in den Jahren 614/615 n. Chr. statt. Das bedeutet, Aisha wurde - wenn wir vom intellektuellen Idealfall ausgehen - drei Jahre vorher, als 611/612 geboren. Wahrscheinlicher ist aber, daß sie bereits vier oder fünf Jahre alt war. (Allgemein geht man im Islam jedoch davon aus, daß Aisha erst im Jahre 614 geboren wurde3) Jedenfalls fand die Eheschließung mit Muhammad(sa) im Jahre 622 n. Chr.  satt.4 Wenn wir nun jedoch den Hadith mit dem offiziellen Heiratsalter zusammenrechnen, so war Aisha nicht sechs Jahre alt, sondern mindestens 10 Jahre. Wahrscheinlicher ist sogar, daß sie 12 oder 13 Jahre alt war. Womit wir Alter für den Vollzug der Ehe mindestens 13, eher 16 Jahren hätten. Ein gewaltiger Unterschied zu neun Jahren! Es ist hervorzuheben, daß Aisha bei ihrer Heirat laut diesem Hadith auch noch älter gewesen sein könnte.

Anhand dieser einzigen Überlieferung (es gibt noch mehr - siehe die weiterführenden Links)  ist ersichtlich, daß die Bestimmung des Geburtsdatums von Aisha keine eindeutige Sache ist und daß die Muslime sich selbst belügen, wenn sie so tuen, als sei alles geklärt, nur um die angebliche Authenzität der Ahadith nicht anzweifeln zu müssen.

 


1 https://www.fh-muenster.de/humanitaere-hilfe/downloads/Kinderheilkunde.pdf
2 http://www.didi-info.de/downloads/doc_download/6-usul-al-fiqh
3 Brockhaus der Religionen
4 http://www.eslam.de/begriffe/a/aischa_bint_abu_bakr.htm

Quellen und Weiterführendes:

http://www.eslam.de/begriffe/a/aischa_bint_abu_bakr.htm

http://www.muslim.org/islam/aisha-age.htm#

http://www.naqshbandi.de/Aischas%20Heiratsalter1.pdf

http://www.scribd.com/doc/2404356/Age-of-Aishah?autodown=pdf

 

 


Kommentare  

 
+1 # Heiratsalter von neun JahrenPiraja 2008-07-30 22:20
Leider ist ein Heiratsalter von neun Jahren für Mädchen in die klassischen Scharia-Handbücher eingegangen und somit zum klassischen islamischen Recht geworden.

Sahih Buchari und Sahih Muslim anzuzweifeln, sollte man in islamischen Länden lieber bleiben lassen. Ich bin deswegen beinahe von der Sprachschule geflogen, in der ich Arabisch gelernt habe. Bei sowas versteht man da keinen Spass!

In etlichen islamischen Gebieten wird ein soches Heitatsalter, oder zur Sicherheit eines von 10 Jahren, bis heute praktiziert.

Solch eine Heiratsalter ist, soweit ich weiß, in Saudi-Arabien, dem Jemen, dem Iran und in Teilen von Malaysia ofizielles Recht.

Im tatsächlichen Verhalten der Muslime richten sich bis heute viele nach den klassischen Vorschriften und ignorieren das meist höhere Heiratsalter, das die modernen islamischen Staaten erlassen haben.

Nach der othodoxen Auffassung ist es häretisch, also von der wahren Lehre abweichend, etwas zu verbieten, was eigentlich erlaubt ist und etwas zu erlauben, was eigentlich verboten ist.

Was erlaubt und verboten ist, richtet sich nicht nach den rationalen Überlegungen der Menschen, sondern danach, was Gott über seine Gesandten Mohammed, salla Allahu 'ailyhi wa sallam, geoffenbart hat.

Diese Gebote, Verbote und Bestimmungen ist ewiges Wissen und damit nicht veränderlich.

Das wird nur hier im Westen meist nicht so krass gesagt, weil man weiß, das man damit auf erheblichen Widerstand stößt.


Anmerkung von Meine-Islam-Reform:

Salam!

Deswegen habe ich ja gerade eine Überlieferung aus Sahih Buhary ausgewählt, die der gängigen Meinung von neun Jahren widerspricht. Auch hier sieht sich der orthodoxe Islam dem Problem gegenüber, daß die Hadithwissensch aft bezüglich matn und isnad an dieser Stelle in Widersprüche gerät. Normalerweise kommt an dieser Stelle von orthodoxen Gelehrten der Verweis, daß die Überlieferungen bezüglich des Heiratsalters mutwawatir(also sehr oft überliefert) seien. Dies mag zunächst auch logisch erscheinen, würden sich nicht auch mutawatir Überlieferungen widersprechen. Ferner ändert dies auch nichts daran, daß an der Stelle zwei Überlieferungen als authentisch gelten, deren Inhalt nicht in Einklang zu bringen ist.
Die Annahme, daß sämtliche Gebote zeitlos und ewig seien ist eine, die in sich unlogisch ist, denn wie kann eine Sache für alle Zeiten gelten, wenn die Sache, auf die sich diese wiederum bezieht dem Lauf der Zeit und damit der Veränderung unterworfen ist? Man muß unterscheiden zwischen den Zielen der Scharia und dem Maßnahmen dafür. Wenn das Ziel z.B. Gerechtigkeit ist, so muß man sehen, daß der Status der Frau im Gegensatz zur damaligen Zeit ein anderer ist. So sind Frauen heute in aller Regel ebenso versiert im gesellschaftlic hen Leben, wie damals eben nur die Männer. Damals hatte es also Sinn, wenn die Zeugenaussage eines Mannes in finanziellen Dingen mehr gewichtet wurde, als die einer Frau. Zwar läßt sich eine rein formale Anwendung dieser Praxis ohne Ungerechtigkeit durchführen, jedoch kann man dies auch ohne weiteres wegfallen lassen, da das Ergebnis dasselbe ist. Die frühen Gelehrten haben das auch verstanden, denn sie erlaubten, daß Frauen als Richterinnen arbeiten bzw. betonten, daß in Dingen, in denen sich Frauen besser auskennen als Männer, eben keine Zeugenaussage eines Mannes überhaupt erforderlich sei. In den damaligen Zeiten bezog sich dies entsprechend auf "Mütterthemen". Es gibt jedoch keinen Grund, die im Sinne der Gerechtigkeit auf andere Themen auszuweiten.
Noch deutlicher wird es bei Ahadith: Wenn Muhammad(sa) sagte, daß Frauen, die sich schminken verflucht seien, dann klingt das für heute idiotisch, früher schminkten sich jedoch primär Prostetierte - wodurch der Sinn des Hadiths ein ganz anderer wird.

Wa salam,

Andreas Heisig
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