Meine-Islam-Reform

Die persönliche Seite einer Religion

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Das Gebet im Koran

Im orthodoxen Islam ist man der Ansicht, dass der Koran nicht ausreichen würde, um das Gebet zu beschreiben. Daher greift man diesbezüglich auf die Ahadith zurück. Dies geht einher mit dem Gedanken, die Durchführung des Gebets müsste wie eine Gebrauchsanweisung in allen Einzelheiten beschrieben sein, ohne bzw. mit nur ehr wenig individuellen Möglichkeiten. Dies ist für sich betrachtet in sich schlüssig und korrekt. Es ist jedoch ein Irrtum anzunehmen, dass es nicht auch anders ginge und eben...


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Gerechtigkeit

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Eigentlich sind hier doch nur nette Leute: die Kollegen, die Nachbarn, die Verwandten, ja jeder Mensch scheint gut zu sein. Wir tun auch etwas dafür. Wir spenden, engagieren uns ehrenamtlich und helfen gerne aus, wo Not am Mann ist.

Schlechte Menschen mögen wir hingegen gar nicht: sie lügen, betrügen, stehlen und noch schlimmeres. Dinge also, die ein normaler Mensch verabscheut bzw. verabscheuen sollte. Entsprechend groß ist also auch die Wut und Abneigung den Menschen gegenüber, die uns verletzen. Die da, das sind die Schlechten, wir sind die Guten.

 

Stimmt das? Oder ist es für uns einfacher den Splitter im Auge des Anderen zu sehen, als den Balken im eigenen Auge zu sehen? Ich glaube, dass letzteres der Fall ist, denn die Anderen beurteilen wir stets von außen - vorgeblich tun wir das objektiv, doch eigentlich sind es meist unsere eigenen Gefühle, die uns bei der Beurteilung im Wege stehen. Es ist zugegebenermaßen auch sehr schwer, dem anderen Gerecht zu werden und dennoch verlangt Gott es von uns, wenn er uns im Koran immer wieder ermahnt:

 

Sure 4 Vers 135: "O ihr, die ihr glaubt, seid auf der Hut bei der Wahrnehmung der Gerechtigkeit und seid Zeugen für Allah, auch dann, wenn es gegen euch selbst oder gegen Eltern und Verwandte geht. Ob der eine reich oder arm ist, so ist Allah beiden näher; darum folgt nicht der persönlichen Neigung, auf daß ihr gerecht handeln könnt. Und wenn ihr aber (die Wahrheit) verdreht oder euch von (der Wahrheit) abwendet, so ist Allah eures Tuns kundig." (Rasul)

يايها الذين ءامنوا كونوا قومين بالقسط شهداء لله ولو على انفسكم او الولدين والاقربين ان يكن غنيا او فقيرا فالله اولى بهما فلا تتبعوا الهوى ان تعدلوا وان تلوا او تعرضوا فان الله كان بما تعملون خبيرا

Doch was tun wir? Oftmals lassen wir uns von oberflächlichen Wahrnehmungen leiten und beurteilen aus unserer Perspektive heraus. Zur Gerechtigkeit gehört jedoch auch die Perspektive dessen, der vermeintlich falsch gehandelt hat. Wieso tat er dies? Welche Gründe hatte er? Das sind Frage, die zu stellen besonders wichtig ist, wenn einem an der Wahrheit gelegen ist.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist aber auch das Maß mit dem man die Verfehlung misst, denn oftmals neigen wir dazu, andere zu fast schon zu verdammen, weil uns ein vergehen besonders schlimm erscheint. Doch ist es das wirklich? Keine Frage, natürlich entsteht immer ein Schaden, wenn Menschen sich falsch verhalten, doch sollten wir dies immer in Relation zu größerem Schaden setzen. Ein populäres Beispiel: wir wurden angelogen, vielleicht von einer Person, der wir auch noch vertrauen bzw. vertraut haben. Dies stellt einen immensen persönlichen Verlust dar und trifft das eigene Herz sehr schwer. Doch ist dies schlimmer als Folter? Als Mord? - Natürlich ist es das nicht und dennoch begehen die meisten Menschen genau dies. Doch merken sie es? Sie merken es nicht! Wie Gott im Koran sagt:

Sure 2 vers 11: "Und wenn ihnen gesagt wird: "Stiftet kein Unheil auf der Erde", so sagen sie: "Wir sind doch die, die Gutes tun."" (Rasul)

واذا قيل لهم لا تفسدوا فى الارض قالوا انما نحن مصلحون

Es fehlt den Menschen meist bereits das Verständnis dafür, was gut ist und was schlecht, weil sie nicht die Wahrheit sehen können, wenn sie sie vor den eigenen Augen verbirgt. Weil man vieles nicht sehen will, wenn es um das eigene Verhalten geht.

So hält sich beispielsweise jeder zweite Deutsche ein Haustier (Quelle: http://www.verbrauchernews.de/familie/freizeitaktivitaeten/artikel/2006/01/0042/ ), man kann also sagen, dass die Hälfte der Bevölkerung Tiere mag, wenn nicht gar liebt. Dennoch werden etliche dieser kuscheligen Freunde auch einfach so wieder ausgesetzt, wenn sie lästig werden. Ist dies eine gute Tat? Und was ist überhaupt mit den Tieren, die nicht so kuschelig, sondern zum Verzehr bestimmt sind? Die wenigsten kümmern sich darum, wo und wie das Fleisch, dass sie fast täglich zu sich nehmen herkommt. Nur so ist zu erklären, dass eine Quälerei, wie die bei "Wiesenhof" überhaupt wirklich werden konnte.

Und wenn sie es wissen, dann werden oftmals rasch Gründe gefunden, wieso man kein Biofleisch kaufen könne: zu wenig Geld, Bio sei auch nicht sicher usw..

Aber vielleicht haben auch diese Menschen, die sich nicht für Dinge interessieren, die weiter als der Discounter um die Ecke liegen interessieren Gründe, die nicht vorgeschoben erscheinen. Und auch diesen Menschen sollte kein unbarmherziges Urteil zu Teil werden, denn auch die Vergebung ist uns von Gott angeraten, denn kein Mensch ist frei von Schuld.

Sure 42 Vers 43: "Und wahrlich, wer geduldig ist und vergibt - das ist gewiß eine Tugend der Entschlossenheit in allen Dingen." (Rasul)

ولمن صبر وغفر ان ذلك لمن عزم الامور


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