Meine-Islam-Reform

Die persönliche Seite einer Religion

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Zakat im Koran

Definition:

Der Begriff Zakat bedeutet übersetzt Reinheit bzw. Reinigung. Diese Reinigung steht in direktem Zusammenhang mit dem Begriff Sadaqa (Spende). Dies ergibt sich aus dem Vers 103 der Sure 9:

"Nimm aus ihrem Vermögen eine Almosengabe (sadaqa), um sie damit rein zu machen und zu läutern (tutahhiruhum wa-tuzakkiehim bihaa), und sprich den Segen über sie (salli `alaihim)! Dein Segen (salaat) ist eine Beruhigung für sie. Allah hört und weiß (alles). -" (Paret)

 


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Weihnachten

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Es mag dem Einen oder Anderen etwas seltsam anmuten, wenn sich eine islamische Freitagsansprache um Weihnachten dreht. Nun: immerhin leben wir in einem Land, welches Weihnachten durchaus intensiv begeht und man sich diesem Fest schwerlich entziehen kann. Warum also ablehnen, statt anzuerkennen?

Die Christen feiern an Weihnachten die Geburt Jesu, den einige von ihnen mit Gott gleichsetzen mögen oder auch als eingeborenen Sohn Gottes begreifen. Dieses Denken ist aus koranischer Perspektive betrachtet natürlich Beigesellung. Der Koran lehnt eine wie auch immer geartete Gottessohnschaft oder gar Vermenschlichung Gottes ab.

Sure 5 Vers 72: "Ungläubig sind diejenigen, die sagen: "Gott ist Christus, der Sohn der Maria." Christus hat (ja selber) gesagt: "Ihr Kinder Israel! Dienet Gott, meinem und eurem Herrn!" Wer (dem einen) Gott (andere Götter) beigesellt, dem hat Gott (von vornherein) den Eingang in das Paradies versagt. Das Höllenfeuer wird ihn (dereinst) aufnehmen. Und die Frevler haben (dann) keine Helfer. (Paret)

لقد كفر الذين قالوا ان الله هو المسيح ابن مريم وقال المسيح يبنى اسرءيل اعبدوا الله ربى وربكم انه من يشرك بالله فقد حرم الله عليه الجنة وماوىه النار وما للظلمين من انصار

Dies trifft in diesem Maße natürlich nur auf diejenigen zu, die es besser wissen müssten und den Koran kennen. Die Mehrheit der Christen tut dies jedoch nicht und sie wissen nicht einmal, dass nach koranischen Kriterien derlei nicht statthaft ist.

Ist dies nun ein Grund sie zu meiden? Nein. Es gibt keinen Grund einen anderen Menschen auf Grund seiner Überzeugung zu meiden. Im Gegenteil, man sollte zuerst das Gemeinsame suchen, denn nur so können wir die Herzen der Menschen erreichen. Erinnern wir uns an das Verhalten Muhammads:

Sure 3 Vers 159: "Und in Anbetracht von Gottess Barmherzigkeit warst du mild zu ihnen. Wenn du grob und hartherzig gewesen wärest, wären sie dir davongelaufen. Verzeih ihnen nun und bitte (Gott) für sie um Vergebung, und ratschlage mit ihnen über die Angelegenheit! Und wenn du dich (erst einmal zu etwas) entschlossen hast, dann vertrau auf Gott! Gott liebt die, die (auf ihn) vertrauen." (Paret)

فبما رحمة من الله لنت لهم ولو كنت فظا غليظ القلب لانفضوا من حولك فاعف عنهم واستغفر لهم وشاورهم فى الامر فاذا عزمت فتوكل على الله ان الله يحب المتوكلين

Milde sollten wir sein. Über die Unterschiede mit guten Worten sprechen. Da bietet es sich doch geradezu an, den Christen zu Weihnachten zu gratulieren, dass sie Jesus auch als einen Propheten anerkennen, so wie es auch die Muslime tun. Ein solches Verhalten würde den Dialog zwischen Christen und Muslimen nur begünstigen.

Selbst Kritik an der Begehung des Weihnachtsfestes kann mit praktizierenden Christen geteilt werden. Die Transformation vom Fest der Geburt Jesu zum "Fest der Geschenke" wird sicherlich nicht unkritisch gesehen; das Vergessen dessen, was Weihnachten einmal bedeutete. Dies sollte uns jedoch nicht in eine Position des erhobenen Zeigefingers versetzen; auch Ramadan und Opferfest haben heute nicht mehr die Bedeutung, die diese spirituellen Handlungen einmal hatten.

Manche Muslime wenden ein, Weihnachten sei in seinem Ursprung ein heidnisches Fest. Dies ist richtig. Doch wir sollten uns nicht fragen, was einmal war, sondern was ist. Und für nicht viele Menschen ist Weihnachten noch immer ein wichtiger religiöser Bestandteil ihres Glaubens an Gott und seine Propheten.

In diesem Sinne allen eine besinnliche und gesegnete Zeit.


Kommentare  

 
0 # DankeschönFareeda 2010-12-12 21:19
Für diesen schönen Artikel bedanke ich mich sehr - es wäre wunderschön, wenn vermehrt Gemeinsamkeiten anstelle der Differenzen gesehen werden. Der Gemeinsamkeiten haben wir doch so viele - und doch fehlt mir die Toleranz und Ruhe, die wir doch im Prinzip für uns selber in Anspruch nehmen oder uns ersehen oder suchen.

Kein Mensch sollte gemieden werden, denn jeder von uns ist auf der Suche nach dem richtigen Weg, der Weg ist das Ziel und der Weg mag so verschieden sein wie wir Menschen es sind.

In der heutigen hektischen und leider allzukommerziel len Zeit wäre es doch wahrhaftig schön, man würde sich - trotz oder gerade wegen möglicher unterschiedlich er Einstellung zum Leben und der Religion - mit Verständnis, Ruhe und grosser Toleranz und auch Freude begegnen.

Als Europäerin ist mir das Weihnachtsfest ein liebgewonnener Brauch, in der Familie zu feiern, dabei steht die religiöse Bedeutung für mich ganz in Hintergrund. Doch lasse ich mich gerne von der oft besinnlichen und ruhigen wunderschönen Stimmung tragen - gerade beim gemeinsamen Spaziergang nach dem Essen oder in wenige Momenten vor dem beleuchteten Weihnachtsbaum - und finde in meinem Herzen Freude für einen Brauch, der meine persönliche religiöse Einstellung zwar nicht unbedingt trifft, jedoch eine neue Bedeutung gefunden hat.

Mit den besten Wünschen für eine schöne, besinnliche Zeit
Fareeda
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