Kirche im Dorf lassen

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Missbraucht die CSU die Religion für den Wahlkampf?

 

(iz). In Bayern ist eine heftige Diskussion über das Verhältnis von Staat und Kirche ausgelöst worden. Nach Ansicht der GRÜNEN im Lande müssen schon aus Gerechtigkeitsgründen andere Religionen künftig besser gestellt werden. Sepp Dürr, Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN im Bayerischen Landtag, erklärte zur Debatte: „Ministerpräsident Beckstein und die CSU-Generalin Haderthauer sollen doch bitte die Kirche im Dorf lassen. In einer globalisierten Welt müssen wir uns einfach fragen, wie wir das Verhältnis von Staat und Kirche in Zukunft gestalten wollen.

Immer mehr Menschen ge­hören keiner Religionsgemeinschaft mehr an oder haben einen anderen Glauben. Deshalb ist es nur folgerichtig zu fragen, warum die beiden großen christlichen Kirchen in Bayern fast 80 Millionen Euro aus dem Staatshaushalt bekommen, um ihr Personal zu finanzieren.”

Das Bundesland Bayern, dass auf wirtschaftlicher Ebene wie kein anderes Bundesland von der islamischen Welt profitiert, unterstützt die Muslime im Lande bisher nur mit sehr kleinen Summen. Inzwischen gibt es sogar Stimmen in der Kirche selbst, die die starke Abhängigkeit zwischen Kirche und Staat in Bayern bemängeln und eine zu starke Abhängigkeit von Staat und Parteipolitik befürchten.

Wenig halten die GRÜNEN auch von religiös angehauchter Wahlkampfrhetorik. So kritisisieren sie den „Höllen-Wahlkampf“ von CSU-Parteichef Huber, der die drohende Wahlniederlage der CSU mit Warnungen vor der Hölle aufzuhalten versuchte: „Da zeigt sich, dass die CSU, die angebliche Gralshüterin des christlichen Bayern, die Religion wirklich nur noch als Kampfinstrument missbraucht.“

Schon vor dem Wahlkampf hatten die bayrischen Konser­va­tiven versucht, mit einer „christlichen” Politik und mit einem laustarken Standpunkt gegen die EU-Mitgliedschaft der Türkei ein neues konservatives Profil zu stiften.

 

 

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