Meine-Islam-Reform

Die persönliche Seite einer Religion

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Das Fasten im Koran

Über die Praktik des Fastens wird im Koran vergleichsweise wenig ausgesagt und nur wenige Verse geben die Regeln des Fastens wieder:

Sure 2 Verse 183-187:

"Ihr Gläubigen! Euch ist vorgeschrieben, zu fasten, so wie es auch denjenigen, die vor euch lebten, vorgeschrieben worden ist. Vielleicht werdet ihr gottesfürchtig sein. (Das Fasten ist) eine bestimmte Anzahl von Tagen (einzuhalten). Und wenn einer von euch krank ist oder sich auf einer Reise befindet (und deshalb nicht fasten kann, ist ihm)...


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12 Fragen an Muslime - und ihre Antworten

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In meiner Grundschulzeit habe ich gerne Micky-Maus-Hefte gelesen. Damals gab es oft Doppelseiten, die sich mit verschiedenen Tricks und Spielen beschäftigten. Natürlich gab es auch Anleitungen, wie man andere ärgern kann. Besonders in Erinnerung sind mir die "gemeinen Fragen" geblieben.

 

 

Bei diesen handelt es sich um solche, die bereits eine Aussage in sich selbst enthalten. So wurde die Frage: "Machst Du endlich nicht mehr in die Hose?" genannt. Dabei ist es egal, ob man mit ja oder nein antwortet, man ist in jedem Fall der Dumme. Selbstverständlich zielen solche Fragen nicht auf ernste Antworten ab, sondern versuchen lediglich zu diskreditieren. Entsprechend findet man solche Fragen häufig auch im Internet auf Webpräsenzen von Personen, die nicht so viel auf dem Kasten haben. Beispielsweise bei dem mittlerweile überall bekannten Blog "Politically Incorrect". Ableger dieses Angebotes übernehmen entsprechend gerne solche Textbausteine, wie in diesem Fall "PI-München".

Um einmal zu demonstrieren, was bei so etwas herauskommt, will ich die Fragen zitieren und beantworten bzw. kommentieren:

 

1. Woran liegt es, dass der Islam weit mehr in der Kritik steht als jede andere Religion – und dies nicht erst seit 9/11/2001, sondern von Anbeginn ?

Diese Frage basiert auf der Annahme, dass der Islam mehr in der Kritik stünde, als andere Religionen, was durch nichts belegt wird. Insofern wäre jede Antwort, die mit "weil" beginnt bereits ein Zugeständnis an den Fragesteller. In Wahrheit kann man derlei über jede Religion behaupten und dann nach den Ursachen fragen. So war das Christentum bereits von Anbeginn schweren Verfolgungen ausgesetzt und wurde sowohl von Innen, als auch von Außen massiv kritisiert. Diese Kritik hält an bis in die heutige Zeit. Insofern - unter der Prämisse dem Fragesteller zuzustimmen - wäre das Christentum 600 Jahre länger kritisiert worden, als der Islam. Im Gegensatz zum Christentum hat der Islam hingegen Zulauf.

 

2. Wie kommt es, dass alle Länder, in denen der Islam Staatsreligion ist, Diktaturen sind ?

Das ist in der Tat eine sehr gute Frage, zumal sie nach Hinten losgeht, was dem Fragesteller zum Zeitpunkt, als er sich diese Frage überlegte nicht ahnen konnte. Heute würde er vielleicht fragen, wieso fast alle Länder, in denen der Islam Staatsreligion ist versuchen ihre Diktatoren loszuwerden, die zuvor vom Westen unterstützt wurden.

 

3. Warum steht nach islamischem Recht auf Apostasie (Abfall vom Glauben, Austritt aus dem Islam) die Todesstrafe ?

Bei dieser Frage traut der Fragesteller seinem Leser nicht zu, dass dieser irgendetwas über Apostasie im Islam wüsste, weswegen er auf den entsprechenden Wikipedia-Artikel verlinkt: http://de.wikipedia.org/wiki/Apostasie_im_Islam. Er liefert also auch gleich die in seinen Augen korrekte Antwort mit, so dass eine Beantwortung der Frage überflüssig erscheint. Ich will dennoch kurz darauf eingehen: die Todesstrafe für Apostasie findet sich ausschließlich in den Ahadith und steht damit im Widerspruch zu Aussagen des Koran: http://meine-islam-reform.de/index.php/artikel/fremdtexte/734-das-toeten-von-apostaten-ein-widerspruch-zum-koran.html Insofern ist es auch nicht verwunderlich, dass immer mehr Traditionarier an dieser Interpretation Zweifel hegen: http://meine-islam-reform.de/index.php/artikel/fremdtexte/66-kein-zwang-im-glauben-religionsfreiheit-im-islam.html

Insofern ist die Frage falsch formuliert. Richtiger wäre: Warum ist bei einigen Spielarten des islamischen Rechtes bei Apostasie die Todesstrafe vorgesehen. Die Antwort lautet: weil nicht wenige Menschen den Koran dabei nicht in ihre Überlegungen mit einbezogen haben.

 

4. Warum waren der „Gröfaz“ Adolf Hitler und andere Nazigrößen vom Islam sehr angetan ? Hitler hielt den Islam gar für die „ideale Religion“.

Dies liegt vermutlich im Afrika-Feldzug begründet, bei dem man sich die Unterstützung der Muslim-Brüder zusichern wollte, um sich noch besser als Befreier von den Briten darstellen zu können. Seinem potentiellen Verbündeten wirft man schließlich keine Beleidigungen an den Kopf, sondern versucht sich anzubiedern. Viel interessanter ist die Frage, wieso Hitler nicht zum Islam konvertierte!

 

5. Wozu hat der ehemalige Großmufti von Jerusalem, Mohammed Amin al-Husseini, während des Zweiten Weltkriegs mit Hitlers Segen auf dem Balkan die SS-Division „Handschar“ aus Muslimen rekrutiert ?

Auch hier gibt der Fragende die Antwort bereits selbst: http://de.wikipedia.org/wiki/Mohammed_Amin_al-Husseini http://de.wikipedia.org/wiki/Handschar-Division

In Kürze: Weil er sich erhoffte, dass Hitler ihm helfen würde, sich der Juden zu entledigen, da er offenbar ein Antisemit war. Damit stellte er sich allerdings gegen die Jahrhundertealte Mehrheitsmeinung im Islam, wie man in diesem Buch nachlesen kann: http://www.amazon.de/Juden-islamischen-fr%C3%BChen-Mittelalter-Jahrhundert/dp/3406510744/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1321089475&sr=8-1

 

6. Warum mussten Juden während des „Goldenen Zeitalters des Islam“ in al-Andalus (heute Andalusien im Süden Spaniens) in der Öffentlichkeit „gelbe Stoffzeichen“ an der Kleidung tragen? Woran erinnern Sie diese „gelben Stoffzeichen“?

Weil vom Kalifen gewollt war, dass die Juden als solche zu erkennen sind. Dies war eine Neuerung, die weder im Koran noch in der Sunna des Propheten zu finden ist.

Mich erinnern diese Stoffzeichen an den Gelben Ring: http://de.wikipedia.org/wiki/Gelber_Ring#Zeittafel_f.C3.BCr_Kleiderordnungen

Während im Islam dieser Unsinn mit den Kleiderregeln und Markierungen wirklich nur zu Erkennung diente, wurde im christlichen Europa hatz auf alle Andergläubigen betrieben, was durch den gelben Ring, der dann erst der Vorläufer des Judensterns, erleichtert werden sollte.

 

7. Wie ist es möglich, dass der Islam und der Nationalsozialismus erhebliche ideologische Übereinstimmungen aufweisen ?

Auch hier gibt der Autor die Antwort selbst: durch Fehlinterpretationen. Ein Beispiel gibt der Fragende in einem Link:

http://www.pi-news.net/2010/09/erdogan-wir-sind-nun-die-weltmacht-tuerkei

In diesem Link werden etliche Koranverse zitiert, die obige Annahme angeblich belegen. In Wahrheit greift der Autor des Artikels damit ziemlich daneben. So führt er Sure 8 Vers 2 Vers 115 an und meint:

Die Weltbeherrschungsphantasien der Nazis „Heute gehört uns Deutschland, und morgen die ganze Welt“ ähneln den Forderungen des Islam zu umfassender weltlicher Macht, wie sie im Koran in zahlreichen Versen formuliert ist

Exemplarisch dazu die Erläuterungen aus einem islamischen Korankommentar:

Allahs Anwesenheit ist nicht auf irgendeine Richtung beschränkt, sei es der Osten oder der Westen. Wenn für das Gebet eine bestimmte Richtung festgelegt ist, so bedeutet das nicht, dass Allah nur in dieser einen Richtung weilt. (Mauduudi)

Während der Autor also von Welteroberungen spricht, sieht der Muslim hier eine Richtlinie für das Gebet. Interessant! Die weitere Versauswahl des Autors ist ähnlich dümmlich und kann leicht durch die Regeln für Krieg und das Zusammenleben mit Nichtmuslimen widerlegt werden:

http://meine-islam-reform.de/index.php/artikel/derkoran/217-kriegkoran.html

http://www.didi-info.de/index.php?option=com_docman&task=doc_download&gid=9&&Itemid=5

 

8. Warum gibt es im Koran eine ganze Sure über die Beute / die Kriegsbeute, bestehend aus 75 Versen (Sure 8, Al-Anfal, eine der chronologisch späten, also der endgültigen Suren), aber keine Sure über den Frieden?

Weder gibt es "endgültige" Suren (der Autor hebt auf die Abrogationslehre ab, die innerislamisch umstritten ist:

http://www.eslam.de/begriffe/a/abrogierendes_und_abrogiertes.htm

http://islam.alrahman.de/25_religion-spiel.htm)

noch handelt eine Sure primär von dem, was im Surennamen steht. Die Sure 2 (die Kuh) handelt ja auch nicht von Viehzucht. Vielmehr ist es so, dass die Surennamen nachträglich hinzugefügt wurden und dabei ein Begriff gewählt wurde, der in der Sure vorkommt. Oftmals einer, der in den ersten Versen steht. In Sure 8 kommt der Begriff "Beute" im ersten Satz vor.

 

9. Gibt es im Koran einen Text, der mit der Bergpredigt Jesu’ im Neuen Testament, also einem der späten, der endgültigen Texte der Bibel, verglichen werden könnte ? Frage ich (Eckhardt Kiwitt) als Atheist.

Ja, den ganzen Koran. Jedoch fehlen im Koran Aufforderungen, wie z.B. Selbstverstümmelung. Diese letzte Hinzufügung ist natürlich nur ein Scherz.

 

10. Was sind die Ursachen dafür, dass sich der Islam in den späten, also in den 19 endgültigen Suren des Korans aus medinesischer Zeit – „zufällig“ parallel zur Vita des „Propheten“ Mohammed – weg von einer Religion und hin zu einer Hass-, Gewalt- und Terrorideologie entwickelt hat ? Siehe auch Hadith.

Auch hier wird in der Frage bereits unterstellt, dass der Islam sich zu einer Religion des Terrors entwickelt habe. Diese Aussage ist jedoch falsch und der Koran verfügt auch in den späten Suren über Verse, die Terror, Hass und Gewalt entgegentreten.

 

11. Warum dürfen muslimische Männer durchaus eine Nicht-Muslimin heiraten, Muslimas jedoch keine nicht-muslimischen Männer ?

Im klassischen Islam ist man der Meinung, dass Muslime Jüdinnen und Christinnen heiraten dürfen, nicht jedoch alle anderen Nichtmusliminnen. Frauen ist dies verwehrt, da einzig im Islam ein gebot besteht, wonach der Mann der Frau die Religion nicht verbieten darf. Da solch ein Gebot bei den andere fehlt, will man die Frauen vor diesem Zwang beschützen. Allerdings ist die Meinung, dass Frauen keine Nichtmusliem heiraten dürften innerislamisch umstritten und wird z.B. von Y.N. Ötztürk abgelehnt, da im Koran kein Verbot einer solchen Ehe existiert.

 

12. Ist der Islam „reformierbar“ bzw. modernisierbar?
Passt der Islam also ins 21. Jahrhundert ?

Zu Frage 1: Ja. Grundsätzlich ist alles "reformierbar". Reform und Modernisierung sind jedoch nicht dasselbe. Um die Frage nach der Modernisierung zu beantworten müsste man sich erst mal einigen, was denn nun modern ist und wo? Ich bin mir ziemlich sicher, dass Indianerstämme darunter etwas anderes verstehen, als Mitteleuropäer. Auch ist der Begriff der Moderne vielfach interpretierbar. Die Frage ist insofern zu ungenau.

Zu Frage 2: Notwendigerweise, denn er ist ja schon da.

 

Quelle der Fragen: http://pimuenchen.wordpress.com/12-fragen-an-muslime/

Die Fragen finden sich auch auf vielen anderen Seiten, aber ich dachte, das Pimuenchen freut sich über ein paar Klicks.


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